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FEUER UND GEFÜHL Nina Tichmans Klavierabend in Bad Bergzabern (26.9. 2008) Denn die von ihr ausgewählten Komponisten liegen zwar zeitlich eng beieinander Haydn, Beethoven und Schubert waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts sogar Zeitgenossen, wenn auch unterschiedlichen Alters aber die Pianistin unterstrich in ihrer Interpretation meisterhaft die Unterschiede in deren Stil und Charakter. Haydns D-Dur-Sonate aus den sogenannten „Englischen Sonaten" flog unter Nina Tichmans Händen vorüber wie ein Gedankenblitz. Sie wählte, ganz stilgerecht, ein leichtes helles Klangbild mit trockener Artikulation und setzte markante Akzente. Klar strukturiert in der Phrasierung, voller Elan und Spielfreude musiziert, ergab die kurze Sonate einen idealen Auftakt für ein gehaltvolles Konzert. In Schuberts große G-Dur-Sonate tauchte Nina Tichman geradezu ein. Sie verlieh diesem zutiefst romantischen Stück ein ganz anderes Klangbild als dem Haydn. Ruhig und volltönend intonierte sie das erste Thema des fantasieartigen Kopfsatzes. Kantabel, voller Empfindung, gab die Pianistin das zweite Thema. Schuberts raffiniertem Spiel mit diesen drei Themen im Kopfsatz entsprach ihre fantasievolle, fein differenzierte Wiedergabe. Besonders reizvoll wirkten die locker hingezauberten Figurationen im Diskant. Dem nur scheinbar schlicht wirkenden Andante verlieh Nina Tichman einen besinnlichen Charme. Feurig, mit prägnanter Rhythmik, trieb sie dem Menuetto jeden .Anklang an eine vergangene Zeit aus. Das Trio nahm in ihrer Interpretation geradezu überirdisch ätherische Züge an. Faszinierend leuchtete sie den Finalsatz aus. Sie brachte eine wunderbare Fülle musikalischer Einfälle ins Spiel und verlieh jeder Modulation eine eigene Atmosphäre. In Beethovens c-Moll-Sonate op. 111 hatte Nina Tichmans Wiedergabe des Maestoso-Einleitung des Kopfsatzes gebührenden Ernst, wobei sie jeder Wiederholung eine neue Facette abgewann. Ein wahres Tastenfeuerwerk mit schön herausgearbeiteten poetischen Momenten machte die Pianistin aus dem kontrastreichen Kopfsatz. Den zweiten Satz, Arietta, entwickelte sie zunächst choralartig getragen, dabei von raffinierter Klangbalance. Nina Tichman legte einen bezaubernd verträumten Ausdruck über ihre Linienführung. Auch in den gekonnt angelegten Steigerungen wahrte sie bei allem mitreißenden Schwung ein transparentes Klangbild. In ihrer Interpretation der c-Moll-Sonate unterstrich sie die unbedingte Kompromisslosigkeit in Beethovens Musik. Auf die beseelte Schubert-Wiedergabe und den expressiven Beethoven noch eine passende Zugabe folgen zu lassen war gar nicht so einfach. Nina Tichman entschied sich für Bach, so zusagen für Ruhe nach dem Sturm, wobei sie auch der Sarabande aus der Partita in D sehr persönlicheZüge verlieh (nl)
Die bezwingende Interpretation haben den Charakter des vollkommen Persönlichen
Nina Tichmans Gastspiel am Donnerstag im Kronenzentrum erwies sich als einer der seltenen Glücksfälle, in denen Werken der Musikliteratur, Dank einer überlegten wie überlegenen Lesart, ein größtmöglicher musikalischer Tiefgang abgewonnen wurde. BIETIGHEIM-BISSINGEN • Für ihr denkwürdiges Rezital hatte die als Solistin und Kammermusikerin weltweit gefeierte Pianistin Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy seiner Schwester Fanny Hensel und Franz Schubert ausgewählt. Auf den ersten Blick ein unspektakuläres Programm trotz in jeder Hinsicht anspruchsvollster Pianistik. Dafür war es ein in höchstem Maße sowohl das Gefühl als auch den Intellekt ansprechender Klavierabend. Dabei präsentierte sich Nina Tichman mit einer faszinierenden Mischung aus Leidenschaft und analytischer Beherrschtheit als eine großartige Gestalterin mit berührenden poetischen Qualitäten. Um es vorweg zu nehmen: Ihr impulsives und doch federleichtes, nachdenkliches und gleichzeitig erfrischendes, ihr abwechslungsreiches und feingliedriges Spiel war ein Ereignis. Jedem mit Bedacht modelliertem Ton, jeder sorgfältig gestalteten Phrase sowie jedem sensibel und spannungsvoll ausgearbeitetem Gesamtwerk wohnte der Charakter des ganz und gar Persönlichen inne. Absolute Kontrolle über jeden einzelnen Ton sprach schon aus Tichmans Wiedergabe von fünf „Liedern ohne Worte" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Zwischen der süßen Wehmut des „Venezianischen Gondellieds", der unbeschwert perlenden Geläufigkeit des „Spinnerlieds" und dem aufbegehrenden Drängen des „Jägerlieds" klang selbst die kleinste Tonfolge nie beiläufig. Trotzdem wirkte ihre Herangehensweise weniger minutiös durchgeplant als vielmehr spontan. Romantische Behaglichkeit und eruptive Momente wurden darin als sich gegenseitig bedingende Elemente hörbar. Die beeindruckend herausgearbeiteten Stimmungen - und das soll der einzige Kritikpunkt des Abends bleiben - drohten jedoch in den Stücken op. 38/2 und op. 19/5 sowie den sich anschließenden drei „Liedern ohne Worte" op. 6 von Fanny Hensel in einer übermäßigen Pedalisierung gelegentlich unterzugehen. Auch in der Wiedergabe dieser Kompositionen der Mendelssohn-Schwester ließ die Pianistin einfach die Musik in einer differenzierten Klangrede fernab eines plakativen Gefühlsüberschwangs für sich sprechen. Dies ist nicht der Ort, um die tatsächliche Autorenschaft der Mendelssohnschen und Henselschen Werke zu klären. Doch die Stücke Fanny Hensels kamen ungleich schwelgerischer, dramatischer und mit einem weitaus farbigeren Klaviersatz daher; seine oft überraschenden harmonischen, melodischen und rhythmischen Finessen wurden von Nina Tichman mit einem großen Repertoire artikulatorischer und dynamischer Gestaltungsmerkmale nuanciert herausgearbeitet. Dieses Vermögen, gepaart mit einer phänomenalen Anschlagskultur, kam auch den streng gearbeiteten „Variations serieuses" op. 54 zugute - dem 1841 entstandenen pianistischen Meisterwerk Mendelssohns. Bar jeglicher virtuoser Selbstdarstellung reizte Tichman die klanglichen und technischen Variationsmöglichkeiten des choralähnlichen Themas gekonnt aus. Und dann Schuberts grandiose und jedes Zeitgefühl außer Kraft setzende „Fantasie-Sonate" G-Dur D 894 op. 78 aus dem Jahr 1826: Tichmans jede Phrase antizipierende und jedem Ton nachhörende Interpretation offenbarte einen über jeden Zweifel erhabenen musikalischen Instinkt mit einem besonderen Gespür für einen fast schon beklemmenden Spannungsaufbau innerhalb der vielgestaltigen Themen- und Melodiegestalten aller vier Sätze. Mit welchem Ordnungssinn sie Licht und Schatten vortrefflich dosierte, sorgsam über frühromantischen Gefühlsreichtum und emotionale Abgründe verteilte, wie sie die Ecken und Kanten des Klaviersatzes nicht kaschierte, sondern wie unter einem Vergrößerungsglas vorführte und all dies in eine großartig gestaltete Form von überwältigender Geschlossenheit und elektrisierender Ausdrucksintensität überführte - das hatte höchstes Format. Komponist Robert Schumann nannte dieses Werk die „vollkommenste Schubert-Sonate". Vollendet auch die Sichtweise von Nina Tichman, deren vierzigminütige Schubert-Deutung noch lange nachklang. |
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| „Bietigheimer Zeitung“ vom 12.01.2008, Nr. 10 | ||
| Bestechend die Ausgewogenheit zwischen kerniger Kraft, spielerischer Eleganz und Empfindungstiefe. | ||
| Frankfurter Allgemeine Zeitung | ||
| The Liszt "Dante" Sonata emerged in Strong, exciting Theatrical manner and the late, almost Stravinskian, Debussy etudes were aurally appealing, crystal clear digitally, rhythmically propulsive and wonderfully humorous | ||
| Musical America (New York) | ||
| Ihren besonderen Rang (Debussy Etudes) verdankt die Interpretaion vor allem der Tatsache, daß Nina Tichman alles mechanisch-Klavieristische weit hinter sich läßt und statt dessen die bald verhaltene, bald eruptive Expressivität des Werkes in den Vordergrund rückt. | ||
| Neue Züricher Zeitung | ||
| Ricordiamo ancora con meraviglia una sua stupenda, superlativa interpretazione di una sonata die Schubert, la perfezzione raggiunta, sia sul piano strumentistico che su quello espressivo, nelle opera die Debussy e Bartok. | ||
| LAdige (Bozen) | ||
| Die zwingende Selbstverständlichkeit des Vortrages, ganz im Dienste der Musik, die großbogige Gestaltung, die geformte Musikalität dieser Pianistin übertrugen sich auf das Publikum, das gebannt zuhörte und lange lebhaften Beifall mit Bravorufen gab. Ein hinreißend schöner Mozart. | ||
| Süddeutsche Zeitung | ||
| An intensely dramatic performer, with warmth, musicality and understanding. | ||
| Washington Star | ||
| Beaucoup dautoritè, parfois discréte, parfois marquante. Elegance de style, souplesse de jeu, technique brillante et solide, modelé sonore étudié, interpretation personelle, distinction! | ||
| Brussel, Le Soir | ||
| Nina Tichman stellte in ihrer Interpretation von Rachmaninovs Rhapsodie über in Thema von Paganini nicht nur den Höhepunkt des Abends sondern die Kulmination pianistischer Kunst überhaupt dar. | ||
| Wiesbadener Kurier | ||
| Poetry and virtuosity in perfect balance ... | ||
| London Times | ||
| Der Klavierabend von Nina Tichman war bedeutsam aufregend und darf als klavieristischer Höhepunkt der Frankfurt Feste angesehen werden. | ||
| Frankfurter Rundschau | ||
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